.

Newsletter Archiv

Tech?Update!: "Gigabit-to-the-Desk"

Das IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) verabschiedete Mitte 1999 mit IEEE 802.3 den Standard für Gigabit über Kupferkabel (1000BaseT). Die Datenübertragung mit Gigabit ist 100-mal schneller als Standard-Ethernet (10BaseT) und 10-mal schneller als Fast Ethernet (100Base TX). Diese Technologie ist für Netz-Architekturen notwendig, weil heute die überwiegende Mehrzahl aller PCs mit Fast Ethernet am Netz angebunden sind. Die Server müssen daher mit Gigabit angebunden sein, um die hohen Zugriffsraten und riesigen Datenmengen zu bewältigen. 

Vorteile von Gigabit-Ethernet
Das heute schon gewaltige Datenaufkommen in Netzen wird in der Zukunft aus drei Gründen noch weiter wachsen: Erstens neue bandbreitenhungrige Technologien (VoIP, Streaming Media, etc.), zweitens die intensivere Kommunikation von großen Datenmengen (zum Beispiel in Datenbanken, File-Sharing, Back-ups) und drittens größere Dateien. Zur letzten Kategorie gehören auch Druckdokumente, die durch intensiven Grafikeinsatz oder Farbdruck viel Bandbreite beanspruchen.
Der grundsätzliche Vorteil von Gigabit ist, dass sich große Datenmengen im Netz sehr schnell übertragen lassen ohne dass es dabei zu Server- bzw. Bandbreitenengpässen kommt. Mit Gigabit steht mehr effektive Bandbreite zur Steigerung der Netzleistung und Vermeidung von Bandbreitenengpässen zur Verfügung. Dazu kommt, dass alle Ethernet-Standards - also Standard, Fast und Gigabit-Ethernet - voll kompatibel miteinander sind.

Aufrüstung auf Gigabit einfach und kostengünstig
Ein weiterer nicht gering zu schätzender Vorteil sind die niedrigen Investitions- und Betriebskosten: Weil der IEEE-Standard 802.3 die Datenübertragung mit Gigabit-Geschwindigkeit über die fast überall gebräuchlichen Kat.5e-Kabel erlaubt, lässt sich das gesamte Netz mit den entsprechenden Komponenten recht einfach aufrüsten - und das sogar kostengünstig, denn die Verkabelung ist ja in der Regel bereits vorhanden, so dass lediglich die Netzinfrastruktur der höheren Übertragungsgeschwindigkeit angepasst werden muss. Bei den Kat.5e-Kupferkabeln muss man allerdings darauf achten, dass sie die für Gigabit-Ethernet notwendigen Übertragungseigenschaften erfüllen. Ältere Kabel, die in Fast Ethernet-Netzen im Einsatz sind, können zu diesem Zweck getestet und instand gesetzt werden. Kabel, die diese Anforderungen nicht erfüllen, lassen sich mit fünf relativ einfachen Maßnahmen nach der Norm ANSI/TIA/EIA TSB-95 in Gigabit-Form bringen.

"Gigabit-to-the-Desk"
Dann kann es los gehen mit einer Gigabit-Verbindung vom Server bis zum Arbeitsplatz. Anwender profitieren von der Leistungssteigerung der meisten Anwendungen, weniger Unterbrechungen des Netzbetriebs, und der Verringerung von Latenzproblemen bei der Übertragung von Audio- und Videodateien, weil Gigabit QoS-Funktionen (Quality of Service, Dienstgüte) zur Beseitigung solcher Störungen unterstützt.

Gigabit für alle Netze
Gigabit-Technologie ist nicht auf Ethernet-Netze mit Kupferverkabelung beschränkt. Auch für Glasfaser-Netze gibt es Standards zur Gigabit-Übertragung. Die folgende Übersicht bietet einen Überblick über die gebräuchlichsten Verkabelungsstandards:

Ethernet:

  • 1000BaseT (IEEE 802.3): 1 Gbit/s über Kupferkabel ab Kat.5-e Kabel, maximale Segmentlänge 100 Meter, bidirektionale Nutzung aller vier Doppeladern, Vollduplex.

Glasfaser:

  • 1000BaseSX (IEEE 802.3): 1 Gbit/s über Multimode-Glasfaserkabel, Segmentlänge 275 bis 550 Meter, nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit Vollduplex.
  • 1000BaseLX (IEEE 802.3): 1 Gbit/s über Singlemode- oder Multimode-Glasfaserkabel, Segmentlänge 550 Meter bis 5 Kilometer. 

 

Weitere Informationen zu Gigabit finden Sie im Internet:
 Gigabit Ethernet Alliance: http://www.cnomy.com/?dn=gigabit-ethernet.org&pid=1PONU28HS
 Funkschau Heftarchiv http://www.funkschau.de/heftarchiv/pdf/2002/fs1302/fs0213052.pdf
 Gepanet: http://www.gepanet.com/gigabit_ethernet.htm