Newsletter Archiv
Tech?Update!: Web 2.0 – Twitter

"Web 2.0" ist der nicht ganz präzise definierte Oberbegriff für neue, interaktive Web-Technologien und eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets durch die Anwender.
Gemeint ist damit in der Regel, dass die Anwender in erheblichem Maß selbst die Inhalte im Netz erstellen, verteilen, bearbeiten und ihre Relevanz bestimmen, sich interaktiv vernetzen und nicht mehr nur passive Konsumenten sind. Zu Web 2.0 gehören Anwender-Aktivitäten wie Blogging, soziale Netzwerke wie Myspace und Facebook zur Vernetzung der Anwender untereinander, Youtube und Flickr zum Verteilen der von Nutzern selbst erstellten Videoclips und Fotos, Etsy als virtueller Markt für selbst erstellte Handwerkskunst und vieles mehr. In der Regel ist die Bedienung sehr einfach und die Nutzung kostenlos, wenn nicht ein weiterer kostenpflichtiger Dienst zwischengeschaltet ist (z. B. SMS via Mobiltelefon).
Ein weiteres Flaggschiff der Web 2.0-Anwendungen, das in letzter Zeit Furore machte, ist der Micro-Blogging-Dienst Twitter.
Twitter – Aktuelles in 140 Zeichen
Twitter (engl. "Gezwitscher") ist eine Internet-Anwendung, die gleichzeitig als Vernetzungsplattform und als Blog (Internet-Tagebuch) fungiert. Das Besondere an Twitter: Jeder Blog-Eintrag, "Tweet" genannt, darf mit maximal 140 Zeichen nur so lang sein wie eine SMS-Botschaft. Jeder User kann per Mausklick zum "Follower" (Folgender) anderer Twitter-User werden und so automatisch jeden Tweet dieser Anwender erhalten. Ebenso leicht können ihm andere Twitter-Nutzer folgen und seine Mitteilungen automatisch lesen – auch dann, wenn sie als Antwort auf einen Tweet eines anderen Nutzers geschrieben wurden. Es ist außerdem ganz einfach möglich, Links in einen Tweet einzubinden und mit seinen Followern zu teilen. Mit Links können Twitter-User auch ganz einfach eigene Fotos verlinken, beispielsweise über den Twitter-Dienst Twitpic. Das alles funktioniert in Echtzeit, jedenfalls solange Twitter nicht wegen Überlastung zusammenbricht, wie es gelegentlich vorgekommen ist.
Von Null auf Hundert
Die Geburtsstunde von Twitter, damals noch nur "twttr", wird auf den 21. März 2006 datiert, als Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey den ersten Tweet in die Welt schickte. Die Twitter-Welt war anfänglich auf die Belegschaft von Odeo begrenzt, einem kalifornischen Podcast-Unternehmen. Dort fungierte "twttr" zunächst als ein internes Nachrichtensystem. Doch schon wenige Monate später, im Juli 2006, ging Twitter als öffentlicher Internet-Dienst online. Ein knappes Jahr später, im April 2007, wurde Twitter zum eigenständigen Unternehmen und erlebte kurz darauf einen wichtigen Popularitätsschub: Beim South by Southwest (SXSW)-Festival rund um Musik, Film und interaktive Medien, das jährlich in der Nähe von Austin, Texas veranstaltet wird, gewann Twitter nicht nur in der Kategorie "Blogs" den ersten Preis, sondern dominierte das Festival regelrecht. Anschließend explodierte die Anzahl der Twitter-User, was dem Dienst einige Ausfälle bescherte und technische Anpassungen zur Bewältigung der ständig wachsenden Anzahl an Usern und Tweets notwendig machte. A propos Technik: Twitter basiert auf Ruby on Rails, die Programmiersprache wurde in diesem Jahr auf Scala umgestellt, um eine bessere Skalierbarkeit und Stabilität von Twitter zu gewährleisten. Statistische Erhebungen zu Anzahl, Zuwachs etc. der Twitter-User gibt es nicht. Das deutsche Magazin "Wirtschaftswoche" berichtete in der Ausgabe vom 23. März dieses Jahres, dass es in Deutschland circa 30.000 aktive Twitter-Nutzer gibt, dazu kommen weitere 1.000 User, die nur passiv folgen. Die Neuregistrierungen werden auf 4.000 pro Woche geschätzt, wobei aber knapp die Hälfte nach einem Monat nicht mehr aktiv twittern.
Politik und Marketing
Darüber, ob Twitter nun ein wichtiges und zukunftsweisendes soziales Netzwerk und Kommunikationsmittel ist oder doch nur ein vorübergehender Hype, eine schädliche Konkurrenz zu den offiziellen Nachrichtenmedien usw., wird zur Zeit noch eifrig gestritten. Eher skurrile Aktionen wie der Plan der Organisation evangelisch.de, die Bibel von Twitter-Nutzern in Tweets, also maximal 140 Zeichen, fassen zu lassen, gießen Öl in das Feuer der Diskussion. (Ein Beispiel für den Anfang der Schöpfungsgeschichte als Tweet: "1. Gott:Himmel+Erde=>wüst,leer,finster. Geist auf Wasser. Gott:Licht! Licht=gut. Licht=Tag. Finsternis=Nacht. Abend+Morgen=1.Tag")
Währenddessen hat Twitter schon fleißig Furore in der Politik gemacht: Barack Obama, der Präsident der USA, nutzte Twitter geschickt in seinem Wahlkampf, was dem Internetdienst zu weiterer Popularität verhalf. Ein anderes Beispiel ist der diesjährige iranische Wahlkampf, in dem oppositionelle Kräfte mittels Twitter Demonstrationen und Aktionen koordinierten und trotz Internet-Sperre der iranischen Regierung die Welt über die Vorgänge im Land informierte. Auch in der deutschen Politik hat Twitter schon debutiert, zum Beispiel während der Landtagswahl in Hessen in diesem Jahr, als alle großen Parteien Twitter-Feeds unterhielten. Während der diesjährigen Wahl des Bundespräsidenten sorgte die Nutzung von Twitter sogar für einen Eklat, weil einige Bundestagsabgeordnete das Ergebnis bereits vor der offiziellen Verkündung getwittert hatten.
Die Marketing-Abteilungen vieler Unternehmen haben Twitter ebenfalls für sich entdeckt und halten über diesen Kanal Kunden und Interessenten über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden. Zugleich können Follower auf diesem Wege direkt Feedback an die Unternehmen zurück geben.
Unternehmen aus der IT-Branche gehören natürlich zu den Vorreitern und so haben auch wir uns entschlossen, Ihnen diese Möglichkeit anzubieten, um sich zu Neuem aus dem Hause SEH zu informieren und auch uns Nachrichten zukommen zu lassen. Sie finden uns hier:
SEH: http://twitter.com/SEH__Computer
Weitere Informationen zu Twitter finden Sie auf der offiziellen Website www.twitter.com sowie auch auf einer anderen viel genutzten Web 2.0-Plattform mit von Usern erstellten Inhalten:
Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter


