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Tech?Update!: Cloud Computing

"Cloud Computing", auf deutsch etwa "Rechnen in der Wolke", ist einer der zur Zeit viel gehörten Begriffe, deren genaue Bedeutung noch etwas "wolkig" ist, denn es handelt sich weder um eine bestimmte Technik noch um konkrete Anwendungen oder Software.

Der Name ist von der Wolke abgeleitet, die in vielen Grafiken für das Internet steht. Cloud Computing ist ein noch junges Konzept, welches eine bunt gescheckte Palette verschiedener Internet-basierter Dienstleistungen umfasst. Gemeinsam ist ihnen in der Regel, dass Anwender sie über das Internet nutzen können, ohne sie selbst zu betreiben oder zu "hosten": Speicherkapazität, bestimmte Software-Dienste, Entwicklungsumgebungen etc. Cloud Computing bietet interessante Möglichkeiten in Hinblick auf Kostenreduktion, weil die gewünschten Dienste oder Leistungen skalierbar sind und die Bezahlung nach Inanspruchnahme gestaffelt werden kann. Manche Experten sprechen von "virtuellen Servern", welche schnell und unkompliziert zusätzliche Kapazitäten oder Funktionen bereit stellen, ohne das der Anwender die eigene Infrastruktur durch Hardware-Anschaffungen und Software-Lizenzen erweitern oder Personal einstellen muss.

Eine aktuelle Studie des Managementberatungsunternehmens A.T. Kearney geht von einem Einsparpotenzial bis zu 25 Prozent für Unternehmen aus, wenn Cloud Computing geschickt genutzt wird.

IaaS, PaaS und SaaS
Zur Zeit ist eine grobe Unterteilung der via Cloud Computing organisierten und angebotenen Dienste in drei Kategorien geläufig: Infrastructure-as-a-service (IaaS, dt. Infrastruktur als Dienst), Platform-as-a-Service (PaaS, dt. Plattform als Dienst) und Software-as-a-Service (SaaS, dt. Software als Dienst).

Infrastructure-as-a-Service (IaaS)
Unter diesem Schlagwort stellt ein Anbieter seinen Nutzern IT-Infrastruktur über das Internet zur Verfügung. Das sind häufig Speicher- und Rechenkapazitäten "on demand" mit der Möglichkeit, diese selbst zu konfigurieren und zu verwalten. Der Vorteil für Nutzer liegt in der Skalierbarkeit des Angebots: Er kann sich schnell und unkompliziert benötigte Kapazitäten beschaffen und sie genau so leicht wieder abstoßen, wenn er sie nicht mehr braucht. Bezahlt wird nur, was auch "verbraucht" wurde. Weil diese Art der Bereitstellung und Inanspruchnahme von Diensten häufig mit der Bereitstellung und Nutzung von Elektrizität und Wasser verglichen wird, hat sich im Englischen dafür auch der Begriff "Utility Computing" (Utility, dt. Versorgungsbetrieb) verbreitet. Beispiel: Amazon Web Services.

Platform-as-a-Service (PaaS)
Bei diesem Modell hält der Anbieter im Internet eine Infrastruktur bereit, die Software- und Produktentwicklungs-Tools enthält. Entwickler können diese Entwicklungsumgebung direkt im Internet nutzen. Einschränkungen bestehen lediglich aufgrund der Fähigkeiten und der vorgegebenen Struktur des Anbieters. Beispiel: Google Apps.

Software-as-a-Service (SaaS)
SaaS-Anbieter stellen eine Anwendung samt der dahinter stehenden kompletten Hardware-Infrastruktur über ein Web-Portal bereit. Über dieses Front-End greift der Nutzer einfach auf die Anwendung zu, wenn er sie benötigt. Dazu braucht er nur einen PC, aber keine extra Serverkapazitäten oder Softwarelizenzen. Unter diesen drei Cloud Computing-Kategorien stellt SaaS den vielfältigsten Markt, da sich eine Vielzahl von Anwendungen auf diese Weise vermarkten lassen. Saas als Geschäftsmodell ist auch für die Anbieter lukrativ, da sie im Gegensatz zu konventionellen Hosting-Anbietern lediglich eine Anwendung bereitstellen und pflegen müssen. Beispiel: Salesforce.com.

Alter Wein in neuen Schläuchen?
Cloud Computing gilt als noch junges Konzept, doch alten IT-Hasen kommt daran einiges bekannt vor. Vor 50 Jahren beispielsweise kauften sich Anwender, die nicht auf einen eigenen Mainframe zugreifen konnten, Rechnerzeit in dafür eingerichteten Rechenzentren. Sie kommunizierten via Terminals über eine Telefonleitung mit der Rechnerzentrale, welche die gewünschte Rechenleistung bewältigte. Ein großer Teil des Siegeszuges der Personal Computer (PC) in den 80er Jahren beruhte auf der "Befreiung" von diesen Rechenzentren und der Möglichkeit, eigene Software zu installieren und das PC-System den eigenen Bedürfnissen anzupassen. In Client-Server-Architekturen bestand gleichzeitig die Möglichkeit, verteilte und gemeinsam genutzte Dateien und Anwendungen über zentrale Server bereit zu stellen.

Mit dem neuen Paradigma Cloud Computing findet die Rechenleistung wieder an entfernten Rechenzentren statt, die diesmal über das Internet zu erreichen sind. Der Unterschied zu früher liegt natürlich darin, dass es sich nicht um eine einfache Leitung zu einem zentralen Rechenzentrum handelt. Ein PC kann über das Internet gleichzeitig mit verschiedenen Servern kommunizieren, die ebenfalls gleichzeitig miteinander verbunden sein können. Kritische Geister sehen darin die Umkehrung eines langjährigen Trends: Nachdem Anwender und IT-Administratoren den Besitz und direkten Zugriff auf Rechenleistung ergattert und sich teilweise erkämpft haben, sind sie beim Thema Cloud Computing bereit, einen großen Teil dieser Kontrolle wieder an Dienstleister abzugeben.

Offene Fragen und weitere Entwicklung
Zu Cloud Computing gibt es daher durchaus noch Fragen, Kritik und Raum für die weitere Entwicklung. Kritiker sehen es als problematisch an, dass der Zugriff auf die gewünschten Dienste, die eventuell in der "Cloud" gespeicherten Daten etc. stets vom Anbieter einer Dienstleistung bereit gehalten werden muss. Hat der Anbieter Probleme, bekommt der Nutzer keinen Zugriff auf seine Daten. Ein verwandtes Problem ist hierbei auch das der gesicherten Kommunikation zwischen Anbieter und Nutzer, besonders bei der Datenübertragung. Nicht zuletzt gibt es auch die Sorge um die Kontrolle über die von Nutzern gespeicherten und verwendeten Daten, beziehungsweise um die Frage, wie sicher sie vor dem Zugriff des Anbieters sind. Zum großen Teil werden diese Kritikpunkte sich technisch lösen lassen (Storage- und Verschlüsselungstechniken etc.). Manche Experten sind sogar der Meinung, dass die hohe Verfügbarkeit der Dienste im Cloud Computing sowie Schutzvorkehrungen als Kriterien für Wettbewerbsvorteile fungieren werden, zumal Cloud-Anbieter mehr in die Sicherheit investieren können, da sie die Kosten dafür auf eine Vielzahl von Nutzern verteilen.

Darüber hinaus werden bei der weiteren Entwicklung von Cloud Computing-Modellen auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen. Schon Ramnath K. Chellapa, der den Begriff "Cloud Computing" als erster Ende der 1990er geprägt hat, definierte ihn als Paradigma, bei dem die Grenzen der elektronischen Datenverarbeitung nicht von technischen, sondern von wirtschaftlichen Grundprinzipien definiert werden.

SEH Produkte in der Cloud
Falls Sie schon Cloud Computing-Dienste zur Datenspeicherung, Datenverteilung oder Ähnlichem nutzen oder einmal nutzen möchten, hier ein Tipp: Sie können die Konfigurationen und Back-Up-Dateien, beispielsweise der ISD-Modelle, auch bei einem Cloud Computing-Storage-Dienst sicher hinterlegen! Das nimmt bei Ihnen keinen Speicherplatz in Anspruch und Sie haben von überall her immer Zugriff auf die Daten! Das ist besonders praktisch für verteilte Gruppen und Organisationen, mobile Mitarbeiter etc..

Weitergehende Informationen zu Cloud Computing finden Sie im Internet:

Und demnächst im ersten deutschsprachigen Buch Buch zum Thema:
Baun, C., Kunze, M., Nimis, J., Tai, S.: Cloud Computing - Web-basierte dynamische IT-Services, Springer 2009,
Erscheinungstermin: 29. September, 2009.