25.10.2016

Warum Auslandsmessen wichtig sind

Ein Erfahrungsbericht über die Londoner IT Expo Europe 2016

von Jörg Hecke, Produkt Marketing Manager bei der Bielefelder SEH Computertechnik GmbH

Alles schön und gut: Prall gefüllte Webseiten, Blogs, Twitter, Facebook, Instagram – Sie kennen die Klaviatur des modernen Online-Marketings. Sie spielen auf ihr vermutlich wie wir sämtliche Tonlagen und Stücke rauf und runter. Das muss sein, ja. Der Kampf um Aufmerksamkeit ist durch diese Online-Plattformen nicht einfacher geworden, ganz im Gegenteil. Jeder tut es. Wie also können wir uns noch besser abheben?

Das persönliche Gespräch ist unabdingbar

Wie steht es mit dem persönlichen Kontakt zu den Menschen, die Ihre Produkte sehen, erleben und idealerweise kaufen sollen? Dafür gibt es Messen, Roadshows und Konferenzen. Auch hier gilt die Regel, dass wir Hersteller uns auf unsere potenziellen Kunden zubewegen müssen. Kommt der Prophet nicht zum Berg, so muss sich das Gestein auf den Weg machen. Für Firmen, die nicht Microsoft, Google oder Telekom heißen, gilt das umso mehr. Aber selbst die Mount Everests der IT- und Internet-Branchewandern dahin, wo ihre Kunden und ihre Märkte mit Potenzial sind.

Die IP Expo als Blaupause für europäische Nischenmessen

Wir, die Firma SEH, haben in diesem Jahr deshalb zum dritten Mal die IP Expo besucht und waren sehr gespannt, ob sich die Investition von Zeit und Geld am Ende lohnt. Für uns war es ein Pilotprojekt, die Blaupause für die Entscheidung, weitere Messen im europäischen Ausland zu besuchen. Was müssen wir besser oder anders machen?

Unser neun Quadratmeter kleiner Stand hatte eine relativ gute Platzierung in Anbetracht der Laufwege des Publikums. Im Gegensatz zu den meisten Ausstellern um uns herum hatten wir keine lauten Attraktionen, um möglichst viele Besucher auf den Stand zu locken. SEH war mit Blick auf das bunte Nebenprogramm ein relativ unspektakulärer Aussteller.

So blieben viele Besucher bei uns stehen, weil sie sich für unsere Produkte interessierten: “Dongle Management“, „Print.Mobile.Secure.“ oder „Enterprise AirPrint“. Wir waren einer der wenigen Aussteller, die noch echte Hardware zeigten. Das war unser großes Plus. Etwas Handfestes in den Schaukästen auszustellen, das hat in den letzten Jahren immer mehr abgenommen. In den meisten Fällen geht es um IT-Lösungen, die nur über einen Bildschirm flackern können.

Die Fachleute haben sich mit uns über die Einsatzbereiche, den Nutzen und die Funktionen unseres Portfolios unterhalten. Das waren nicht Wenige. An beiden Tagen der Messe waren wir durchgängig beschäftigt, es gab nie Leerlauf. Das haben mir auch andere Aussteller bestätigt. Sie waren mit der IP Expo grundsätzlich und besonders in diesem Jahr sehr zufrieden.

Für meine Arbeit als Produkt Marketing Manager ist das direkte Gespräch mit Kunden und Interessenten essenziell. Ich erfahre, wo sie IT-Probleme haben, welche Wünsche sie hegen, höre ihre Fragen zu den Funktionen und bekomme heraus wo SEH ihnen weiterhelfen kann.

Die IT-Themen mit Ausrufezeichen

Bring-your-own-device (BYOD) und Mobile Computing stellen mehr und mehr ein Problem dar, das gelöst werden muss. Das gilt für drei Aspekte: Organisation, Verwaltung und Sicherheit. Aber auch Lösungen für die breit gefächerte Datenspeicherung und Skalierung derselben brennen Unternehmen unter den Nägeln.

Ob Datenbestände des Unternehmens in der Cloud liegen, in einer Niederlassung oder bei Datenhostern wie Amazon & Co., ist unerheblich. Heute wird Software angeboten, die genau solche Kanäle bedient und dem Kunden als einheitliche Datenstruktur verfügbar macht. Die dahinterliegende Speichermethode und Technik soll für den Kunden vollkommen in den Hintergrund rücken. So verdeutlichte die IP Expo auch die gestiegene Nutzung von Flash Speicher („SSD“) anstelle von rotierenden Medien in Daten Centern. Dies wird von mehreren Anbietern als das neue „Next big thing“ dargestellt.

Kehren klassische IT-Messen zurück?

Ein Unternehmen aus Deutschland braucht einen langen Atem, um sich auf fremden Märkten aufzustellen, wenn dort bereits Mitbewerber etabliert sind. Im Falle der SEH ist das zum Glück anders. Da es im In- und Ausland keine direkten Wettbewerber gibt, ist das Potenzial sehr groß.

Leider gibt es nicht mehr viele Veranstaltungen, die für die IT-Branche relevant sind. Neben der IP Expo sehe ich in Großbritannien noch die „CloudEurope“, die insbesondere für unsere Dongleserver beziehungsweise USB-Virtualisierung interessant ist. Die „BETT Show“, ebenfalls in London, adressiert gezielt das Bildungswesen. Auch dafür bieten wir interessante Lösungen an. Aber dann wird es schon eng bei Messen und Events im Vereinigten Königreich, die wir ins Auge fassen könnten.

Das mag mit ein Grund dafür sein, warum die IP Expo entgegen dem allgemeinen Trend im Messewesen von Jahr zu Jahr grösser und bekannter wird. Für IT-Unternehmen gibt es nur noch wenige Veranstaltungen wie die diesjährige IP Expo, die Schwerpunkte wie Cloud Lösungen, Cyber Security, Network & Infrastructure und Data Analytics hat.

Resümee: Ein voller Erfolg, aber mit viel Luft nach oben

Den Begriff „Leads“ benutze ich nur ungern für Personen, die sich für unsere Lösungen interessieren. Es entmenschlicht die gewonnenen Kontakte. Man bearbeitet nicht Leads, sondern pflegt den Kontakt zu Interessenten auch über die Messe hinaus. Damit werden wir nun gut beschäftigt sein.

Nach zwei rappelvollen Messetagen, resümieren wir erschöpft aber sehr zufrieden rund 60 sehr interessierte Fachbesucher. Die Hälfte von ihnen will sich mit uns weiter über mobile Drucklösungen unterhalten. Rund 30 Prozent haben großes Interesse an unseren Dongleservern. Der Bedarf ist da und wir lagen goldrichtig, über die IP Expo unserem potenziellen Markt Großbritannien und seinen Firmen zu signalisieren, dass sie für uns wichtig sind: Der Berg kam aus Bielefeld.

Kontakt für Presseanfragen:

SEH Computertechnik GmbH

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Tel.: +49 (0) 521-94226-52

E-Mail: m.plass(at)seh.de

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Tel.: +49 (89) 32151-604

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